TRAITRS
Knapp vier Jahre nach der Veröffentlichung ihres dritten Albums Horses In The Abattoir kündigt das Torontoer Coldwave-Duo Traitrs sein mit Spannung erwartetes viertes Album Possessor an, das am Freitag, den 13. März 2026, erscheinen wird. Entstanden in den trostlosesten Wintermonaten Torontos, zeigt Possessor TRAITRS so verletzlich und ungefiltert wie nie zuvor: Das Album stellt sich Themen wie Sterblichkeit, Entfremdung und der Vergänglichkeit des Daseins unmittelbar und kompromisslos. Geschrieben in einer Phase, in der sowohl Sean-Patrick Nolan (Synthesizer und Sequencing) als auch Shawn Tucker (Gitarre und Gesang) tiefgreifende persönliche Veränderungen und Depressionen durchlebten, setzt sich das Album mit den Fragen auseinander, denen wir unser Leben lang ausweichen: Was ist irgendetwas wert, wenn wir nicht mehr da sind? Spielt das alles überhaupt eine Rolle? „Wenn mein Leben morgen enden würde, wüsste ich, dass Possessor direkt aus meinem Herzen kommt“, erklärt Shawn Tucker. „Es ist ein Abschluss – mein Abschluss. Ehrlich gesagt ist es das persönlichste Album, das ich je geschrieben habe.“ Geschrieben an düsteren Tagen, während draußen Stürme tobten und man aus dem Fenster ins Grau blickte, stand bei diesem Album die möglichst genaue Vermittlung von Stimmungen und Gefühlen im Vordergrund – wobei die Texte die entscheidende Rolle spielten, um diese Vision einzufangen. Possessor stellt schwierige Fragen nach Sinn, Vermächtnis und unserer kollektiven Verdrängung der Sterblichkeit – und untersucht die psychologischen Schutzmechanismen, mit denen wir versuchen, dem einen Thema auszuweichen, das uns alle verbindet. „Possessor ist unser Planet, der langsam die Luft verliert, während wir darin ersticken, ohne es zu bemerken“, so Traitrs. „Es ist das Wissen, dass alles und jeder irgendwann sterben wird. Auf diesem Album steckt viel Wut, Schönheit und Traurigkeit. Ich möchte, dass es sich anfühlt, als würde dich jemand halten, wenn du frierst, traurig und allein im Dunkeln bist. Der Soundtrack zu einer düsteren, von Kummer erfüllten Liebesaffäre. Bedingungslos, schonungslos und ohne jede Entschuldigung.“ Nach der Veröffentlichung der explosiven Singles „Burn In Heaven“ und „I was ill, you were wrong“ zeigt bereits jeder dieser Songs die verheerende emotionale Spannweite von Possessor.
„Burn In Heaven“ bricht mit donnernden Motorik-Drums und rohen, markerschütternden Vocals hervor, die an einen völlig entrückten Robert Smith erinnern, und beleuchtet dabei die gefährliche Kollision von religiösem Extremismus und medizinischer Wissenschaft anhand der tragischen Geschichte von Anneliese Michels 67 Exorzismen. „I was ill, you were wrong“ hingegen reduziert alles auf eine erschütternde Verletzlichkeit – eine melancholische Meditation, in der hallende Synthesizer und anschwellende Gitarren eine geisterhafte Klanglandschaft erschaffen, die dich in der Kälte fest umschließt und unsere gemeinsame Angst vor der Sterblichkeit mit schonungsloser Intimität konfrontiert. „Ich hatte das Gefühl, dass mich dieser Song mit allem und jedem verbindet – es ist das eine, was wir alle teilen und gemeinsam haben“, erklärt Tucker über „I was ill, you were wrong“. „Gleichzeitig ist er auch ein Weckruf, das Leben zu leben, das du wirklich leben willst. Wir haben nur diese eine Chance – also geh raus und tanz im Regen.“ Aufgenommen zwischen intensiven Tourplänen in Torontos Wychwood Studios mit Produzent Josh Korody (The Beaches, The Dirty Nil, Japandroids, Fcked Up*), zeigt Possessor Traitrs ohne jede Fassade – ein Duo, das nichts mehr zu verlieren und alles auszutreiben hat. Gemastert wurde das Album von Grammy-Preisträger Matt Colton, zu dessen jüngsten Arbeiten auch Songs of a Lost World von The Cure zählt, ebenso wie Produktionen für Arctic Monkeys, Thom Yorke, Depeche Mode, Aphex Twin und The Rolling Stones. Beeinflusst von The Smiths, The Cure, Interpol sowie weniger bekannten Post-Punk-Perlen wie Asylum Party und The Opposition, tragen Traitrs weiterhin die Fackel für emotional verheerende und zugleich klanglich kraftvolle alternative Musik. Mit ihrer cineastischen Mischung aus atmosphärischen Klanglandschaften, hymnischen Refrains und kompromissloser emotionaler Ehrlichkeit haben sich Sean-Patrick Nolan und Shawn Tucker von Bedroom-Artists, die einst Kassetten verkauften, zu einer Band entwickelt, die weltweit Millionen Streams sammelt und Hunderte von Konzerten auf mehreren Kontinenten gespielt hat.
Possessor ist ihr bislang ambitioniertestes Statement – ein Album über Trauer, Einsamkeit und unseren intimen, vorzeitigen Untergang. Themen, die für ein Duo, das zu dem Schluss gekommen war, niemandem mehr etwas beweisen zu müssen, von kaum zu überbietender Dringlichkeit waren. Die Entstehung dieser Platte wurde so zu einer Form von Therapie und Abschluss. Das ist Musik für all jene, die in einer Welt, die von uns verlangt, nichts zu fühlen, viel zu viel fühlen.
Termine
05.03.2027
Leipzig -UT Connewitz








